Wo Ostwinde das Salz erblühen lassen – die Salzgärten von Guérande

Guérande – Die Heimat des Fleur de Sel

Kurz bevor wir uns nach drei Tagen, die nur so an uns vorbeirasten, aus Loire-Atlantique in Richtung Vendée verabschieden sollten, nutzten wir die Zeit eines Nachmittags für einen Abstecher nach Guérande. Neben der befestigten historischen Altsadt ist Guérande vor allem für eines bekannt: sein hervorragendes Fleur de Sel. Dem wollten wir auf die Spur gehen und uns das Handwerk rund ums Schöpfen der Salzblüten aus der Nähe anschauen.

Die Landschaft zwischen La Croisic und Guérande zeigt die Spuren der Salzproduktion

Die Landschaft zwischen La Croisic und Guérande zeigt die Spuren der Salzproduktion

Bereits unsere Fahrt von Le Croisic nach Guérande macht deutlich, wie Salzanbau und Salzernte die Landschaft hier an der Atlantikküste geprägt haben. Nur der Blick aus dem Fenster ist beeindruckender als das, was uns Google Maps in der Navigations-App zeigt. Die Küstenregion ist hier bis zum Atlantik unterteilt in kleine Salzfelder. Dazwischen befinden sich nur wenige Straßen – die Durchfahrt allein ist schon ein Erlebnis. Dennoch wollten wir uns auch das „Terre de Sel“ anschauen – ein interaktives Museum, das auch Führungen durch die Salzfelder, die marais salants, anbietet.

Allerdings mussten wir hiervon schnell Abstand nehmen: Die begleiteten Führungen dauern etwa 45 Minuten. Die vorgegebenen Pfade dürfen dabei nicht verlassen werden. Weil wir später auch noch Guérande besichtigen wollten, entschieden wir uns, nur das Museum zu besuchen. Die Ausstellung zeigt Geschichte und Handwerk der Salzproduktion an der französischen Atlantikküste – leider jedoch nur auf Französisch, sodass Besucher ohne ausreichende Sprachkenntnisse hier eher wenig Wissen mitnehmen können. Ob Besuchern der Eintritt 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder wert ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Für unsere Kinder war die Ausstellung nicht besonders spannend. Auf dem Weg zum Ausgang durchqueren Besucher noch eine große Fleur-de-Sel-Boutique. Für hübsch verpackte Urlaubsmitbringsel sehr praktisch, doch unser Tipp lautet: Wer auf der Suche nach hochwertigem Fleur de Sel ist, aber keine exklusive Verpackung wünscht, wird auch bei einem der günstigeren Straßenhändler oder Bauern, die direkt neben ihren Salzfeldern verkaufen, auf seine Kosten kommen.

Die historische Altstadt von Guérande

Historisches Stadttor der Altstadt von Guérande

Historisches Stadttor der Altstadt von Guérande

Zu unserer Überraschung ist die hisorische Altstadt von Guérande auch außerhalb der Saison gut besucht. Und das nicht ohne Grund: Der historische Rundling ist von einer imposanten Befestigungsanlage mit vier Stadttoren umsäumt. Gemeinsam mit den Kindern betreten wir die Altstadt durch das südliche Tor Porte de Saillé. Wer die Altstadt durch das nördliche Stadttor Porte Vannetaise betritt, überquert auch den Wassergraben, der die Befestigungsanlage früher komplett umgab. Von den vier Stadttoren aus führt der direkte Weg immer zur katholischen Kirche Collégiale Saint-Aubin.

Die Altstadt von Guérande ist wirklich einen Besuch wert. Die kleinen Gassen, die pittoresken Häuschen, die vielen hübschen Boutiquen, die Kunsthandwerkerläden und die kleinen Restaurants laden zum Schlendern und Genießen ein. So lassen wir uns vom schönen Ambiente und den strahlenden Kinderaugen auch gleich zum Kauf schön bemalter Holzhocker fürs Kinderzimmer verführen. Was wir im ersten Moment für eine gute Idee hielten, entpuppte sich im Nachhinein dann doch noch zu einer Geschichte, die uns oft schmunzeln lässt. Angesichts der knapp 5.000 Kilometer, die insgesamt noch vor uns lagen, wollten wir die Hocker per Post nach Deutschland verschicken. Gesagt getan. Die Portokosten übertrafen den Preis der Hocker letztlich um ein Vielfaches. Ein kleiner Trost: Die Kinder lieben die beiden Hocker auch heute noch. 🙂

Die historische Altstadt von Guérande

Die historische Altstadt von Guérande

Nur sehr wenige Autos fuhren durch die Straßen und so war es auch für die Kinder schön, die recht sorglos toben, hüpfen und springen konnten.

 

Auf der Rückfahrt zu unserer Unterkunft hielten wir noch am weitläufigen Strand von La Baule, setzten uns mit den Kindern in den Sand und ließen den Tag entspannt ausklingen.