Nantes und der Zauber der magischen Maschinen von Les Machines de l’île

Nantes – immer der grünen linie nach

Was uns im Departement Loire-Atlantique neben den pittoresken Küstenstädten wie Pornic, den langen Sandstränden wie in La Baule und den Salzgärten beim historischen Ortskern von Guérande besonders beeindruckt hat? Die Stadt Nantes, Hauptstadt der Region Pays de la Loire und Sitz der Präfektur des Departements Loire-Atlantique, mit dem Kunstprojekt „Les Machines de l’île“.

Das Château des ducs de Bretagne

Das Château des ducs de Bretagne

Direkt in Nantes konnten wir neben dem „Château des ducs de Bretagne“ parken. Von dort starteten wir aber noch nicht direkt in die Altstadt von Nantes. Erst betraten wir das stark befestigte Schloss. Der Rundgang über die Burgmauern ist kostenlos und bietet einige schöne Aussichten über Nantes. Den Besuch und den Eintritt ins Museum im Inneren des Schlosses sparten wir uns aus Zeitgründen und den Kinder zuliebe. Stattdessen packten wir unseren faltbaren Bollerwagen aus und begaben uns durchs Schlosstor und über die ehemalige Zugbrücke in die Altstadt.

Immer entlang der Ligne verte durch die Altstadt von Nantes

Immer entlang der „Ligne verte“ durch die Altstadt von Nantes

Für Touristen, die sich auf einen Rundgang durch die Altstadt freuen, hat sich die Stadt Nantes etwas Besonderes ausgedacht: Eine grüne Linie, die „Ligne verte“ führt einmal komplett durch die Altstadt, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Entlang dieser Linie schlenderten wir mit unserem Bollerwagen durch die Gassen. Anfangs war dies etwas gewöhnungsbedürftig. Doch ohne auf die Karte schauen zu müssen, blieb uns viel mehr Zeit, die Eindrücke der Stadt auf uns wirken zu lassen: Getragen vom Duft nach Curry und marokkanischem Essen, bestaunten wir die berühmten Ladenschilder auf der Rue de la Juiverie, schlenderten durch die Passage Pommeraye und genossen schließlich bretonische Galettes, bevor wir uns dem heutigem Highlight näherten: „Les Machines de l’île“.

 

 

Les Machines de l’Île Nantes

Mit offenen Mündern stehen wir vor einem riesigen Elefanten. Nein, wir sind nicht im Zoo. Wir stehen an der Schwelle zu einer magischen Steam-Punk-Welt. Eine Welt, die eine kleine Künstlergruppe in den ehemaligen Werftgebäuden auf der Île de Nantes erschaffen hat. Les Machines de l’île. Und dieser Welt ist auch der gigantische maschinelle Elefant entsprungen, der unter dem Dach der alten Fabrik darauf wartet, seine nächste halbstündige Runde über den Vorplatz zu marschieren.

Bevor wir den Ritt auf der beeindruckenden Maschine wagen, betreten wir aber die Ausstellung. In den großen Hallen scheinen sich Maschinen und Natur zu duellieren. Überall ranken Pflanzen von der Decke hinab oder suchen sich ihren Weg aus Kübeln in die Halle. Und zwischen diesen Pflanzen verstecken sich die Maschinen. Etwa eine Stunde dauert die Führung, bei der es sich eher um eine interaktive Vorführung handelt. Jede einzelne Maschine wird erklärt und vorgeführt. Immer wieder dürfen Kinder und Erwachsene die verschiedenen Kuriositäten betreten und steuern. Angefangen bei einer überdimensionalen Raupe über eine Spinne, die sich aus ihrer Grube mit Besuchern auf dem Rücken in die Hallendecke empor bewegt, bis zu einer Ameise. Und diese riesige Ameise ist dann auch unser persönliches Highlight. Denn Noah wird ausgewählt, um auf die Ameise zu klettern und ihren Kopf mit massiven Hebeln zu bewegen. Erst ist er skeptisch, doch nach einigen Augenblicken Bedenkzeit wagt er es. Der Ritt auf der Ameise dauerte vielleicht nur 10 Minuten, doch während des gesamten Urlaubs sollte Noah immer wieder von diesem Erlebnis schwärmen.

Auf unserer Expedition durch die unbekannte Steam-Punk-Welt entdecken wir noch einen großen Maschinenvogel und ein Flugzeug. Später erhaschen wir von einer Empore aus einen Blick in die Werkstatt der Künstler. Und als wir uns beinahe wehmütig auf den Ausgang zubewegen, fällt uns doch wieder etwas ein! Wir müssen uns noch nicht endgültig aus dieser Welt verabschieden. Noch wartet der Ritt auf dem riesigen Elefanten auf uns.

Egal ob man sich dafür entscheidet die 8,50 Euro für Erwachsene und 6,50 Euro für Kinder für den Ritt zu investieren oder lieber am Wegrand zuschaut: Der Maschinenelefant ist ein Erlebnis der besonderen Art. Über eine fahrbare Treppe, die an den Einstieg in Flugzeuge erinnert, betreten wir den Bauch des Elefanten. Im Innern ist es laut. Ein ständiges Summen, Surren und Stampfen begleitet den Marsch der Maschine. Für die Kinder liegen Ohrenschützer bereit, denn wirklich ohrenbetäubend ist das bis zu 100 Dezibel laute Tröten aus dem Rüssel des Elefanten, das er von Zeit zu Zeit ausstößt.

Den 30-minütigen Ritt erleben wir mal im Elefantenbauch, mal auf den Balkonen, mal auf dem Rücken. Schließlich haben wir auch die Möglichkeit, einmal den Kopf des Dickhäuters zu besteigen. Eine große Freude für die Kinder ist außerdem der Wasserstrahl, mit dem die Elefantenmaschine von Zeit zu Zeit aus ihrem Rüssel auf die Passanten zielt. Und auch wenn der Eintritt und Elefantenausritt nicht besonders günstig ist, waren es magische Stunden, in die uns die Künstlergruppe rund um die Les Machines de l’île entführte.